Reifenkennzeichnung

Die Reifenkennzeichnungsverordnung (Verordnung 1222/2009 mit den Änderungen EG/228/2011 und EG/1235/2011) wurde 2009 von der EU angekündigt. Sie bezieht sich auf die Angabe von Informationen über Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Abrollgeräusch von Fahrzeugreifen.

Die Reifenkennzeichnung ermöglicht es den Endverbrauchern, fundierte Entscheidungen über die Umweltauswirkungen und die Wirtschaftlichkeit des europäischen Straßenverkehrs zu treffen. Die Verordnung betrifft die folgenden Reifenkategorien: C1 (PKWs), C2 (Leichte Nutzfahrzeuge) und C3 (Nutzfahrzeuge und Busse). Die Kennzeichnung wird auf technischen Werbematerialien wie Katalogen, Prospekten oder Produktwebseiten veröffentlicht.

Einige Reifen sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen:

  • Reifen, die nur für Fahrzeuge bestimmt sind, welche vor dem 1. Oktober 1990 erstmals zugelassen wurden
  • Reifen, deren Felgennenndurchmesser 254 mm nicht überschreitet oder mindestens 635 mm beträgt
  • Reifen für Fahrzeuge, die ausschließlich für den Rennsport bestimmt sind
  • Reifen mit zusätzlichen Vorrichtungen zur Verbesserung der Bodenhaftung, z. B. Spikereifen
  • Kurzzeit-Ersatzreifen vom Typ T
  • Geländegängige Profi-Reifen
  • Reifen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von weniger als 80 km/h
  • Runderneuerte Reifen

Welche Angaben können Sie der Reifenkennzeichnung entnehmen?

Die Reifenkennzeichnung wird in drei Leistungsmerkmale unterteilt:

  • Kraftstoffverbrauch
  • Nasshaftung
  • Abrollgeräusch

Bei Kraftstoffverbrauch und Nasshaftung wird die Leistung in sieben Klassen von A (beste) bis G (schlechteste) ausgedrückt. Beim Abrollgeräusch steht der Messwert zusammen mit drei symbolischen Schallwellen in der Kennzeichnung (eine Welle bezeichnet das geringste Abrollgeräusch und drei Wellen das lauteste).

Bild: Beispiel eines STARCO reifenkennzeichnung

Kraftstoffverbrauch

Der Kraftstoffverbrauch wird vom Rollwiderstand der Reifen bestimmt, der durch dessen Verformung beim Abrollen entsteht und zu Energieverlusten in Form von Wärmeabgabe führt. Je stärker die Verformung, desto höher der Rollwiderstand und desto mehr Kraftstoff wird benötigt, um das Fahrzeug vorwärts zu bewegen. Mit anderen Worten, ein geringerer Rollwiderstand bewirkt einen geringeren Kraftstoffverbrauch und damit geringere Fahrzeugemissionen, auch bei CO2. Die neue Kennzeichnung gibt verschiedene Klassen des „Rollwiderstands“ wieder, wobei A die „kraftstoffsparendste“ und G die niedrigste ist. Der schwarze Pfeil (in diesem Fall E) neben der Einstufung zeigt das Leistungsniveau des Produkts an.

Den Kunden sollte bewusst gemacht werden, dass die tatsächlichen Kraftstoffeinsparungen und die Verkehrssicherheit stark vom Verhalten des Fahrers abhängen, insbesondere von Folgendem: Ökologisches Fahren kann den Kraftstoffverbrauch erheblich senken; der Reifendruck muss korrekt sein und regelmäßig auf optimale Kraftstoffausnutzung überprüft werden.

Nasshaftung 

Die wichtigste Aufgabe eines Reifens ist es, für Sicherheit zu sorgen – bei jedem Wetter. Nasshaftung oder Grip ist eines der wichtigsten Leistungsmerkmale eines jeden Reifens. In der Regel besteht ein Leistungskompromiss, wenn Geräuschentwicklung, Kraftstoffverbrauch und Sicherheitsleistungen wie Nasshaftung aufeinander treffen. Die Kennzeichnung ermöglicht es den Kunden, ihre bevorzugten Leistungen selbst zu bestimmen.

Sie zeigt eine Reihe von sieben Klassen an, wobei Reifen mit einem „A“ die höchste und solche mit einem „G“ die niedrigste Nasshaftung aufweisen.

Abrollgeräusch

Abrollgeräusche von Fahrzeugreifen werden in drei Kategorien eingeteilt und in Dezibel (dB) im Vergleich zu den neuen europäischen Abrollgeräuschnormen gemessen, die bis 2016 eingeführt wurden.

  • Eine schwarze Schallwelle = 3 dB weniger als der engere europäische Grenzwert
  • Zwei schwarze Schallwellen = entspricht bereits dem engeren europäischen Grenzwert
  • Drei schwarze Schallwellen = entspricht dem früheren europäischen Grenzwert

Haftungsausschluss

Die Kennzeichnungsvorschriften gelten nur für die Reifenkategorien C1 (Pkw-Reifen), C2 (leichte Nutzfahrzeugreifen) und C3 (schwere Nutzfahrzeug-/Busreifen). Die folgenden Kategorien sind von den gesetzlichen Anforderungen ausgenommen:

  • Runderneuerte Reifen
  • Professionelle Offroad-Reifen
  • Rennreifen
  • Spikereifen (auch, wenn Spikes nicht im Lieferumfang enthalten sind)
  • Vorübergehende Verwendung von Ersatzreifen
  • Reifen für Fahrzeuge, die vor dem 1. Oktober 1990 erstmals zugelassen wurden
  • Reifen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von weniger als 80 km/h
  • Reifen, deren Felgennenndurchmesser 254 mm nicht überschreitet oder mindestens 635 mm beträgt

Die Kategorien sind in Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 661-2009 des Europäischen Parlaments und des Rates aufgeführt.

Alle C1-, C2- und C3-Reifen (mit Ausnahme der oben genannten ausgeschlossenen Kategorien), die ab 1. Juli 2012 hergestellt werden (Datumscode „2712“ „Wk. Mth“) und nach dem 1. November 2012 verkauft werden, müssen den Anforderungen der europäischen Reifenkennzeichnungsverordnung am Verkaufsort entsprechen. Alle Reifen, die vor Juli 2012 produziert wurden (Datumscode vor 2712), können nach dem 1. November 2012 verkauft werden, ohne dass sie der Europäischen Reifenkennzeichnungsverordnung unterliegen. Die Betreiber in der gesamten Lieferkette müssen eine Übergangsfrist einhalten, während die Lagerbestände Reifen enthalten, die vor und nach dem 1. Juli 2012 hergestellt wurden. Dies soll gewährleisten, dass alle Kennzeichnungen für im Lager enthaltene Reifen mit dem Datumscode „2712“ verfügbar sind.